Brugg

Ende Januar 2015 schlug die Nagra vor, vier von sechs Standortregionen für ein geologisches Tiefenlager zurückzustellen und in der dritten Etappe des Suchverfahrens nur noch die Regionen Zürich Nordost und Jura Ost vertieft zu untersuchen. Das ENSI hat nun festgestellt, dass es für die Prüfung dieses 2x2-Vorschlags der Nagra weitere Unterlagen benötigt. Namentlich die bautechnische Machbarkeit bzw. Nicht-Machbarkeit eines Tiefenlagers in der Region Nördlich Lägern muss ausführlicher dokumentiert werden.

Der Zeitplan für die Standortsuche verzögert sich durch diese zusätzlichen Abklärungen um mehrere Monate. Der Bundesratsentscheid, der die Etappe 2 des Verfahrens abschliesst und gleichzeitig den Beginn der Etappe 3 markiert, wird nun im Jahr 2018 erwartet.

Die 15. Plenumsversammlung der Regionalkonferenz Jura Ost fand am 18. Juni 2015 statt und beschäftigte sich zur Hauptsache mit dem Teilbericht der Fachgruppe Oberflächenanlagen zur regionalen Stellungnahme zur Etappe 2 des Sachplanverfahrens. Abgesehen von kleinen redaktionellen Korrekturen wurde der von der Fachgruppe vorgelegte Bericht vom Plenum verabschiedet. Die Versammlung nahm ferner Kenntnis von den Zwischenberichten der Fachgruppen Sicherheit und SÖW. Den Auftakt zur Versammlung bildete ein Referat von Nationalrat Urs Gasche zum Thema "Stromzukunft Schweiz und die Entsorgung".

15. Regionalkonferenz Jura Ost

 

Wie könnte die Baustelle am Standort JO-3+ in Villigen aussehen, wenn in der Region Jura Ost ein geologisches Tiefenlager gebaut würde? Mitglieder der Fachgruppe Sicherheit der Regionalkonferenz Jura Ost wollten dieser Frage auf den Grund gehen und besuchten am 12. Juni gemeinsam mit Vertretern der Gemeinderäte Villigen, Böttstein und Würenlingen die Baustelle Boßlertunnel in Aichelberg/D. Die Baustelle Boßlertunnel ist in vielerlei Hinsicht vergleichbar mit der Baustelle, die in Villigen entstehen könnte. Die Besuchergruppe konnte an ihrer Exkursion wertvolle Eindrücke und Informationen sammeln. 

besichtigung baustelle Boßlertunnel

Das Bundesamt für Energie organisiert für die Mitglieder der Regionalkonferenzen weitere Ausbildungsmodule. Am 10. November 2015 findet ein Ausbildungsmodul "Ethik und Sachplan" (Abendveranstaltung) statt. Am 28. November 2015 steht ein Ausbildungsmodul "Zwilag undFelslabor Mont Terri (ganztägige Exkursion) auf dem Programm. Die Einladungen werden jeweils etwa vier Wochen vor den Veranstaltungen verschickt. 

Am 7. März fand in der Turnhalle von Oberbözberg eine Informationsveranstaltung über den Stand des Sachplanverfahrens geologisches Tiefenlager statt. Die Regionalkonferenz Jura Ost sowie weitere Verfahrensbeteiligte und Interessengruppierungen präsentierten sich dem Publikum mit Informationsständen. Ausserdem wurden verschiedene Vorträge vermittelt. 

Die Präsentationen zu den Vorträgen (BFE, ENSI, Kanton Aargau, Nagra) können bei der Geschäftsstelle Jura Ost bezogen werden.

 

treffpunkt

Von den ursprünglich sechs möglichen Standortgebieten für ein geologisches Tiefenlager sollen noch zwei im weiteren Verfahren bleiben: Jura Ost und Zürich Nordost. Beide eignen sich sowohl für ein Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle als auch für ein Lager für hochradioaktive Abfälle.

Für die Region Jura Ost bedeutet dieser sogenannte 2x2-Entscheid keine Überraschung. Die grundsätzliche Eignung des geologischen Standortgebiets für ein Tiefenlager wurde in der Etappe 1 des Verfahrens von allen Expertengremien bestätigt. Auch neuere erdwissenschaftliche Untersuchungen scheinen diese Eignung zu bestätigen. Die Regionalkonferenz Jura Ost wartet nun gespannt auf die Ergebnisse der Expertengremien, die den 2x2-Vorschlag der Nagra begutachten werden.

Für die Region ist entscheidend, dass das Tiefenlager am sichersten Standort gebaut wird und dass die Spielregeln, die das Verfahren vorgibt, von allen Beteiligten eingehalten werden. Unter diesen Bedingungen wird sich die Region Jura Ost weiterhin kritisch-konstruktiv am Sachplanverfahren beteiligen. Sie hofft dabei auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Kanton.